Jeremy-Dean

                             Still geboren am 24. Juni 2007


 

 

Was geschah!

Die Schwangerschaft verlief super, es war so schön zum Frauenarzt zu gehen und dich wachsen zu sehen mein kleiner Schatz. Du hast meistens beim Ultraschall geschlafen und hieltest immer deine Hände vor das

 Gesicht, als würdest du dich verstecken. Dein Papa und ich waren so stolz auf dich, denn du warst ein absolutes Wunschkind. Vor dir hatten wir schon zwei Fehlgeburten, jetzt schien sah es so aus, als würde sich unser größter Wunsch erfüllen. Wir freuten uns so sehr auf dich und hofften, wir seien über die kritische
 Zeit drüber hinweg. Ich habe nur gelegen oder kurze Spaziergänge gemacht aus Angst auch dich zu verlieren.

Aber es half alles nichts. Es kam der besagte Tag, es war der 23. Juni 2007, dein Papa hatte ein Fußball Freizeit-Tunier mit der Firma. Ich fuhr mit und saß die ganze Zeit über auf der Bank und schaute deinen kleinen Bewegungen zu was mir Spaß machte. Nur das Wetter spielte nicht so gut mit, es regnete und gewitterte. Es gab nicht weit von uns einen mächtigen Knall ich schreckte mächtig zusammen, denn so einen lauten Knall hatte ich vorher noch nie gehört. Als wir dann abends nach hause kamen, ging ich in die Küche und wollte uns noch was zu essen machen. Ich hatte die Friteuse angeschlossen und während das Fett schmolz, wollte ich noch schnell auf die Toilette und plötzlich als ich da saß sah ich Blut. Ich weinte,  weil ich große Panik bekam und mir große Sorgen um dich machte. Das hörte dein Papa und kam schnell angelaufen. Er fragte was los sei und ich sagte; ich habe einen Blutsturz! Deine Oma war am Telefon, wir riefen sie in unserer Panik an, als sie hörte was passiert ist, kam wie der Blitz vorbei um zu helfen. Wenig später traf auch schon dein Opa ein. Ich lag auf der Couch und legte die Beine über Kreuz, da rief dein Opa in unserer Verzweiflung die Feuerwehr. Es kamen drei Fahrzeuge, weil sie beim Anruf nicht wussten welches der Fahrzeuge am schnellstes da sein würde. Sie fuhren mit Blaulicht und Sirene mit mir und deinem Papa ins Krankenhaus. Als wir da ankamen, stand ich mit der Trage eine ganze Weile auf dem Flur, denn die Ärztin die mich untersuchen sollte war gerade in einer Notoperation. Als sie dann endlich kam und mich untersuchte sagte sie, es sehe nicht gut aus. Dein Herzlein schlug zwar noch, aber ich hatte sehr viel Fruchtwasser verloren und ohne das könntest du nicht überleben da ich mit dir erst in der 16. SSW war. Ich war völlig geschwächt vom weinen und wurde in ein Einzelzimmer gebracht wo ich vor lauter Erschöpfung schnell einschlief.

Am nächsten Tag kam dann die zuständige Ärztin um mir zu sagen wie es jetzt weiter ginge. Sie sagte, wir können warten bis die Wehen einsetzen oder wir leiten sie ein. Eine Chance, dass du überlebst war also nicht mehr gegeben, du warst einfach noch viel zu klein. Ich entschied mich für´s einleiten, da ich dich nicht länger quälen wollte. Es war ein ganz schrecklicher Moment dies zu entscheiden. Am Nachmittag bekam ich dann die Tabletten, die die Wehen einleiten sollten. Ich hatte solche Schmerzen!

Dein Papa, beide Omas, dein Opa und Sven dein Onkel, waren da. Sie machten sich alle große Sorgen um uns beide. Doch außer an meiner Seite zu sein, konnten sie mir nicht wirklich helfen, auch wenn sie es gern getan hätten. Wir wussten nicht wann die Wehen einsetzten und daraufhin gingen alle bis auf dein Papa nach hause. Und dann ging alles ganz schnell, die Wehen kamen und ich verlor den Rest an Fruchtwasser, dein Papa holte die Krankenschwester, die fuhr uns dann ganz schnell runter in den Kreissaal. Wenig später kam die Hebamme, sie sagte zu uns sie schaue mal nach wie alles aussieht und schwubs kamst du auf die Welt. Du wurdest still geboren am 24.06.2007 um 19.45 Uhr, als du auf die Welt kamst hast du nur 96 Gramm gewogen. Ich wusste meine Gefühle nicht einzuordnen, sollte ich mich freuen oder traurig sein weil du tot warst. Es tat so furchtbar weh, dich zu sehen und zu wissen, dich nie aufwachsen zu sehen. Alles war an dir dran, Ärmchen, Beinchen, aber du warst zu klein und schwach zum überleben. Die Hebamme wickelte dich in ein weißes Tuch und legte dich mir auf die Brust. Am liebsten hätte ich dich nie wieder hergegeben. Doch ich musste nach dem wir uns von dir verabschiedet hatten in den OP um den Mutterkuchen entfernen zulassen. Als ich dann aufwachte, stand dein Papa und Jessi (eine gute Freundin) neben mir. Sie waren noch mal bei dir und verabschiedeten sich noch mal von dir.

Die Hebamme kam und gab mir eine kleine Karte als Erinnerung an dich, dort war ein Foto von dir zu sehen, wie deine Hand- und Fußabdrücke. Es ist außer der lieben Erinnerung an dich, das einzige was uns von dir geblieben ist. Doch du wirst auf ewig in unseren Herzen sein und wir werden dich auch immer lieben...

...denn du bist unser kleiner Jeremy-Dean!

 

 


Auch sie haben schon sehnsüchtig
auf dich gewartet...

Jerry-Lee, Trinity, Damjen und Gismo!

 


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